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Hamburg

Eine Fahrt mit einem Sparbillet von Holland nach Deutschland kann spannender sein als ein Krimi. Sparbillette sind nur in den angegebenen Zügen gültig. Darum waren wir darauf angewiesen, dass wir die Anschlüsse nicht verpassen. Beim Umsteigen in Amsterdam hatten wir gemäss Fahrplan zehn Minuten um den Zug zu wechseln. Wir waren auch gut in der Zeit. Aber vor Amsterdam fuhr der Zug gefühlt nur noch halb so schnell wie auf der Stecke davor und wir kamen 4 Minuten bevor der Zug weiter nach Osnabrück fuhr, im Bahnhof an. Wir spurten also mit unseren Rucksäcken die Unterführung runter und am entsprechenden Gleis wieder hoch. Aber nein, da stand kein Zug nach Deutschland, der war in einem anderen Sektor. Wir mussten also weiterspurten und erreichten das rettende Ziel in letzter Sekunde.
Jetzt hatten wir 4 Stunden um uns zu erholen. In Osnabrück hatten wir dann komfortable 15 Minuten um gemütlich umzusteigen. Denkste. Schon nach kurzer Zeit hatte unser Zug zehn Minuten Verspätung, und anstelle dass diese abgebaut wurden, häuften sie sich an. Die Zugbegleitung begann dann auch jeweils vor den Haltestellen durchzugeben, welche Verbindungen noch zu erreichen sind. Wir sassen also wie auf Eiern im Zug und versuchten in jedem Bahnhof auf der Anzeige zu erhaschen, wie viele Minuten wir schon Verspätung haben. Schlussendlich kamen wir dann genau zum Zeitpunkt an, als der andere Zug weiterfahren sollte. Wir schulterten also wieder unsere Rucksäcke und spurteten auf das Gleis, auf welchem der Zug fahren sollte. Aber da stand kein Zug. Noch kein Zug, denn dieser hatte, wie unser Zug, sehr viel Verpätung. Wir waren beide noch niemals so glücklich, dass ein Zug nicht pünktlich fuhr.

Die Weiterfahrt nach Hamburg und weiter zum Hotel verlief dann ohne Probleme. Das Zimmer, welches wir erhielten, war riesig. Sogar mit eigener Küche. Die Lucerne Marching Band war am selben Wochenende ebenfalls in Hamburg, um an der Polizei Show teilzunehmen. Somit waren auch Daniela und Erich, die Eltern von Luana in Hamburg. Sie wussten aber nicht, dass wir auch hier waren, und wir wollten sie überraschen. Luana hatte durch geschicktes Fragen herausgefunden, in welchem Hotel die Musik untergebracht war, und wir konnten im selben Hotel noch ein Zimmer ergattern. Die Band kam aber einen Tag später an als wir, und wir wollten sie dann beim Frühstück überraschen. Aber es kam anders.

Am Donnerstag Morgen haben wir mit dem Sight Seeing Bus eine Stadtrundfahrt gemacht und haben dann die Stadt somit kennengelernt, und die für uns interessanten Stellen noch genauer angeschaut. Als wir an den Landungsbrücken waren, fuhren zwei Polizeibusse vorbei. Als wir genauer hinschauten, erkannten wir einige Leute aus der Schweiz. Sie fuhren aber weiter, wir wussten nun aber, sie sind unterwegs. Wir liefen weiter zur berühmten Elbphilharmonie. Als wir da so nichtsahnend zum Balkon des Gebäudes hochsahen, stand da eine Frau mit graumeliertem Haar und knallroter Jacke. Andy sagte so zu Luana: „Das ist doch dein Mammi“, und Luana winkte hoch. Die Frau winkte zurück. Tatsächlich, sie war es. Die Fans, welche mit der Band mitgereist waren, haben aber gerade an einer Führung teilgenommen, und wir gingen weiter, um die Speicherstadt und die Hafen City anzuschauen.

Später im Hotel kamen wir zufälligerweise etwa zur selben Zeit im Hotel an, wie die Band. Wir schlenderten so gemütlich zum Eingang, als Erich uns entdeckte. Er kam direkt auf uns zu und begrüsste uns. Auch wurden wir gleich eingeladen, mit der Band und den Fans am Abend an einem Apero teilzunehmen. Und wir sagten spontan auch zu.

Am Freitag haben wir am Morgen eine grosse Hafenrundfahrt gemacht. Die Führerin war grandios. Sie konnte uns viele Informationen zum Hafen und der Seefahrerei mitteilen, da sie selber auf einem Schiff gross geworden ist und dann lange Zeit auf einem Frachter gearbeitet hat. Komischerweise haben wir, nach dem wir in Rotterdam den modernsten Containerhafen von Europa gesehen haben in Hamburg ebenfalls den modernsten Containerhafen von Europa gesehen. Wer sagt jetzt wohl die Wahrheit…

Danach haben wir die Mahnmal Kirche Sankt Nikolai besucht. Es ist schon recht eindrücklich, wie Hamburg nach dem Bombardement der Briten 1942 ausgesehen hat. Interessant ist aber auch, dass die Briten nirgends verurteilt werden. Nein, es steht überall, dass Deutschland damals selber schuld war. Krass fuhr auch wieder ein, wie menschenverachtend die Nazis waren. Nach dem Bombardement wurden damals Leute aus dem naheliegnden KZ dazu gebraucht, die entstellten Opfer des Bombenangriffs zu beseitigen und die nicht detonierten Bomben zu entschärfen.

Am Abend schlossen wir uns dann Daniela und ein paar weiteren Fans der Marching Band an und gingen zusammen nachtessen. Es war ein glatter Abend. Und nur soviel: Wenn man einen Espresso mit einem „Rähmli“, also mit Sahne bestellt, bekommt man einen Espresso mit einer schönen Haube Schlagrahm obendrauf.

Am Samstag Morgen druften wir zusammen mit den Schweizern die Austellung „Miniatur Wunderland“ besuchen. Das ist eine riesige Modelleisenbahn Anlage, welche verschiedene Tehmengebiete hat. Ein grosser Teil ist der Schweiz gewidmet. Aber auch andere Länder wie die USA, Österreich und Norwegen haben ihre Ecken. Natürlich auch Deutschland und speziell Hamburg. Die Anlage war so riesig und es hatte so viele Details, welche man entdecken konnte, das man da stundenlang hätte verweilen können. Der Besucherandrang war dann aber so gross, dass man gar nicht mehr richtig an das Modell rankam.

Am Nachmittag war wieder mal Shopping angesagt, und für den Abend konnte uns Erich zwei Tickets für die Polizeishow organisieren. Obwohl wir eigentlich gewusst haben, um was es ging, haben wir uns doch etwas anderes vorgestellt. Es war eine Show, welche von der Polizei Hamburg organisiert wurde. Es spielte das Polizei Orchester, dann gab es Tanznummern, Breakdance, Komikereinlagen, Motorrad Akrobatik und eben auch das Tatoo der Lucerne Marching Band.

Am Sonntag wollten wir uns eigentlich noch den Fischmarkt anschauen. Als aber am Morgen der Wecker um 5 Uhr geläutet hatte, stürmte es draussen so dermassen, dass wir uns entschieden, im Bett zu bleiben. Im Nachhinein die richtige Entscheidung. Der Fischmarktplatz war vom Sturm Herwart und der von ihm ausgelösten Sturmflut dermassen überschwemmt, dass der Markt nicht stattfand. Als wir erwachten war aber das schönste Wetter, so dass wir dann total überrascht waren, als wir von den Wetterkapriolen der vergangenen Nacht hörten, und dass die Bahnen nicht mehr fahren konnten.

Heute geht es weiter nach Lübeck an der Ostsee. Gemäss Fahrplan sollten wir ohne Probleme dorthin kommen.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Joke

    Habs mir schon gedacht das ihr nach Hamburg fährt. Tolle Stad.

    1. Luana

      Ja die Stadt hat uns wirklich gefallen.

  2. Joke

    Habe kurz nachgeschaut im Internet aber Rotteram ist der grösste Hafen Europas, Hamburg ist der dritt grösste. Datum 15.2.2017 schicke Luana foto Beweis material.

    1. Luana

      Das mag wohl sein, aber sowohl in Rotterdam als auch in Hamburg haben sie vom modernsten Hafen gesprochen…;-)

  3. Sandra

    Hallo ihr zwei,
    hab mal ne doofe Frage. Habt Ihr auch schon mal die Tagesschau Deutschland geschaut? Da sieht man doch immer wieder, wie „pünktlich“ die Deutsche Bahn ist.
    Nein, Spass bei Seite, ich wünsche Euch weiterhin eine gute Reise.

    1. Andy

      Wir sind halt verwöhnte Schweizer 😉

  4. Pädi

    Modernster Containerhafen. Es gibt eine simple Erklärung. Rotterdam war der modernste, als ihr dort wart. Hamburg ist jetzt der modernste. Ihr müsst 4dimensional denken 🙂

    1. Andy

      „Grundgütiger“ du hast vielleicht sogar recht 🙂

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