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Wallaby Dreaming Red Center Safari

Der letzte Tag mit dem Camper verlief reibungslos. Wir haben auf der Reise von Mandurah nach Perth den Serpentine River National Park besucht. Dort hat es einen Staudamm wie im Harz, welcher für die Wasserversorgung genutzt wird. Nur hat es dort keine Hängebrücke und der Damm ist wesentlich kleiner. Durch den Abstecher zu diesem Damm kamen wir etwas ins Landesinnere, so dass uns die Fahrt nicht über die gewohnt, breiten Highways führte sondern über schmalere Strassen mit mehr ländlichem Charme. Nach der Abgabe des Campers fuhren wir mit dem Taxi zum Camping „Discovery Parks – Perth Airport“ wo wir die Unterkunft für die folgende Nacht hatten. Ein Campingplatz mit Bungalows, so wie wir es auf unserer Reise in den Süden des öfteren gesehen haben.

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, um unseren Flieger zu erwischen, welcher um 06:05 abflog. Wir wurden, wie bestellt, am Morgen von einem Taxi abgeholt und zum Flughafen gefahren. Die Gepäckabgabe verlief problemlos und wir konnten schon bald unser Flugzeug besteigen. Der Flug in der Boeing 717 von Qantas verlief ruhig und wir konnten schon bald in Alice Springs landen.

Bei der Ankunft in Alice Springs verliessen wir das Flugzeug über die Rollbahn, so dass wir direkt mit der extremen Hitze in Berührung kamen. 43°C zeigte das Thermometer bei unserer Ankunft an. Mit dem Taxi fuhren wir zum Hotel. Da wir das Zimmer noch nicht beziehen konnten, begaben wir uns in die Stadt. Wir waren aber froh, als wir in einem klimatisierten Einkaufscenter waren.

Am Abend haben wir uns in einem Restaurant verköstigt, bevor wir wieder in unser klimatisiertes Zimmer flüchteten. Andy ass zum ersten mal Känguru Filet. Er fand es nicht einmal so schlecht. Es erinnerte irgendwie an Rindfleisch. Luana probierte auch ein Stück, war aber nicht so begeistert. Andy, das Nervenbündel, war etwas kribelig auf den nächsten Tag. Sie haben uns aber auch Angst gemacht. Man solle einen breitkrempigen Hut, Sonnenschutz, Insektenschutz, gutes Schuhwerk und mindestens drei Liter Wasser pro Person mitnehmen. Zudem wurde eine gewisse Fitness vorausgesetzt. Auf was haben wir uns blos wieder eingelassen… Luana war wie gewohnt die Ruhe selbst.

Wir mussten schon wieder früh aus den Federn, denn wir wurden um 06:00 Uhr beim Hotel abgeholt. Vor dem Hotel machten wir gleich Bekanntschaft mit Sandra. Sie wohnt in Zürich stammt aber ursprünglich aus Düsseldorf. Dann kam unser Fahrzeug. Ein Lastwagen, welcher einen Personentransport-Aufbau hatte mit einem Anhänger. Sogleich stiegen Nicole und David aus, unsere Tourguides für die nächsten 4 Tage. Sie begrüssten uns, nahmen unser Gepäck entgegen und dann fuhren wir weiter um noch weitere Teilnehmer aufzuladen. Priska und Stefanie aus Wetzikon stiegen auch zu, so dass wir im Ganzen nun fünf Schweizer und sechs Holländer waren. Und so fuhren wir los Richtung Uluru.

Die Fahrt dauerte ca. sechs Stunden, welche durch mehrere Halte unterbrochen wurde. Zuerst hielten wir auf einer Kamelfarm. Die Kamele, eigentlich Dromedare, sind ein typisches Beispiel von Neozoen. Sie wurden von den Briten während der Kolonialisierung von Australien eingeführt und dann, als sich der Verbrennungsmotor langsam durchsetzte, nicht mehr benötigt und einfach freigelassen. So verbreiteten sie sich in Australien. Zeitweise sollen bis zu einer Million Tiere auf dem Kontinent gelebt haben. Sie wurden aber ab 2009 teilweise von Scharfschützen aus dem Helikopter abgeschossen. Die Tiere auf der Farm werden vorallem zum Kamelreiten verwendet.

Der zweite Halt war dann bei einem Truckstop und beim dritten Halt mussten wir aussteigen um Holz zu sammeln für das Lagerfeuer am Abend. Ja, wir mussten alle helfen, denn Teamspirit war Teil der Experience. Das Holz haben wir dann auf den Anhänger des Trucks gebunden und sind damit ins Camp für die erste Nacht gefahren. Dort gabs Lunch. David hat während des Lunches noch drei weitere Personen abgeholt, so waren wir 14 Leute. Der eine Holländer erinnerte Andy sehr stark an Cornel aus der Guggenmusik. Er hatte etwa die selbe grösse, die selbe Haltung und auch das selbe Lachen. Nur die Sprache die er sprach war anders.

Der erste Halt am Nachmittag war im Uluru-Kata Tjuta National Park das „Cultural Center“. In diesem konnten wir die Kultur der Aborigines, welche in diesem Gebiet zu Hause sind, etwas kennenlernen. Dann fuhren wir weiter zu den „Teaching Caves“. Dort hat uns Izy begrüsst. Sie hat uns zusammen mit Cecilia, einer Aborigine, etwas über die Zeichungen und die Werkzeuge der Aborigines erklärt und uns zu den Höhlen geführt, in welchen die Frauen ihren Töchtern und die Männer ihren Söhnen beigebracht haben in der Natur zu überleben. Cecilia hat jeweils etwas in ihrer Sprache erzählt und Izy hat es dann ins Englische übersetzt. Die Zeichnungen, welche Cecilia in den Sand gemalt hat, fanden wir auch in den Höhlen.

Da an diesem Nachmittag eine Temperatur von 43°C herrschte, konnten wir eine geplante Wanderung nicht machen. Wir sind dann halt einfach mit dem Truck um den Uluru gefahren und konnten ihn so von allen Seiten bestaunen. Schliesslich haben wir dort gehalten, wo man den Berg besteigen konnte. Der Aufstieg war wegen der Hitze gesperrt. Wir wären aber auch sonst nicht auf den Berg gestiegen. Wir haben dann eine kurze Wanderung entlang des Uluru gemacht, den sogenannten „Mala-Walk“. Auf diesem haben wir immer wieder angehalten und etwas über die Schöpfungsgeschichte der Malas erzählt bekommen. Danach fuhren wir an einen Platz, an welchem wir bei einem Glas „Bubbles“, eine Art Champagner, den Sonnenuntergang geniessen konnten. Wir waren aber bei weitem nicht die einzigen. Etwa 20 Reisegruppen waren ebenfalls an diesem Aussichtspunkt. Man kam aber gut aneinander vorbei.

Zurück im Camp genossen wir ein feines Känguru Bolognaise. Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt unter freiem Himmel zu schlafen. Wir entschieden uns aber fürs Zelt. Den Schlafsack, welchen wir vorsorglich schon mal zu einer Decke umfunktioniert hatten, benutzen wir in dieser Nacht nur als Schlafunterlage. Wir hatten genug warm.

Am anderen Tag hiess es wieder früh aufstehen, denn wir wollten den Sonnenaufgang auch miterleben. Also war um 04:30 Tagwache. Andy fühlte sich an seine Zeit in den Jublalagern erinnert, in welchen man jeweils mit „sanfter“ Musik geweckt wurde. Nur dass es hier wirklich sanfte Musik war. Wir begaben uns nach dem Frühstück auf einen Hügel. Der Sonnenaufgang war das frühe Aufstehen schon wert. Normalerweise geht man ja nach so einem Sonnenaufgang nochmals eine oder zwei Stunden schlafen. Aber nicht im „Red Center“. Wir nutzten die „kühlen“ Morgenstunden um im „Valley of the Winds“ eine dreistündige Wanderung zu machen. Wir haben dabei den Kata-Tjuta, eine Gebirgskette weiter im Westen welche auch die Olgas genannt wird, bestiegen. Es war eine wunderschöne Landschaft.

Nach dem Mittagessen haben wir wieder eine längere Strecke zurückgelegt und sind zum Kings Creek gefahren, wo sich die Unterkunft für die nächste Nacht befand. Dieses Camp war der Hammer. Es bestand aus mehreren Zelten, einer Wellblechhütte, in welcher wir kochten und assen und WCs und Duschen ebenfalls aus Wellbelch, welche auf einer Seite offen waren. Wir hatten das Glück, dass wir genau dann duschten, als die Sonne unterging. Durch die offene Dusche hatten wir die beste Sicht auf den Untergang. Der Wahnsinn!!! Wir wollten dann auch noch unter freiem Himmel schlafen. Am Anfang war es wunderschön unter den Sternen des Südens zu liegen. Leider mussten wir aber ins Zelt flüchten, da die Moskitos sehr agressiv wurden und uns trotz Mückenspray attackierten. Gemäss David war dies in seiner Karriere das erste Mal der Fall.

Nach dreimal früh aufstehen hies es am nächsten Tag noch früher aufstehen. Wir machten einen Walk durch den Kings Canyon. Eine vierstündige Wanderung. Der Anfang hatte es recht in sich. Wir haben etwa hundert Höhenmeter mittels Treppe überwinden müssen, und das bei über 35°C. Danach wurde die Strecke aber flacher und auch angenehmer zum Laufen. Es war eine Wanderung durch eine wunderschöne Landschaft.

Auch an diesem Nachmittag sind wir vorallem gefahren. Ein grosser Teil führte über eine Schotterpiste mit teils heftigen Schlaglöchern. Wir kamen dann in Glen Helen an, einem Ort in den West MacDonnel Ranges. Hier war unser Camp für die letzte Nacht, und hier konnten wir auch in einem Wasserloch baden. Wir mussten uns aber auch von den Teilnehmern verabschieden, welche nur 3 Tage mitkamen. So auch von Priska und Stefanie, mit welchen wir viel Spass hatten. Am Abend haben wir die Australische Version des Zapfenjasses gespielt. Hier heisst sie Spoon und anstelle von Korkzapfen verwendet man Löffel.

Am Tag darauf konnten wir auschalfen. Wir mussten erst um 06:30 Uhr aus den Federn. Auch heute war ein Walk auf dem Programm. Diesmal aber nur eine Stunde. Wir sahen auf dieser Tour freilebende Wallabies. Gekrönt wurde dieser Walk durch ein erfrischendes Bad. Wir fuhren danach wieder zurück ins Camp wo wir „Egg and Bacon“ Sandwiches assen. Am Nachmittag fuhren wir zu den „Ochre Pits“, ein Ort, an dem die Pigmente herkommen, welche die Aborigines bei ihren Zeremonien verwenden um sich zu bemalen. Die Muster, welche diese Pigmente an den Felswänden zeichneten, sahen aus wie Regenbogen und waren sehr schön anzusehen. Dann ging es weiter an den Ellery Creek. Dort konnten wir uns nochmals im Wasser abkühlen. Ein wunderschöner Flecken Erden. Dann führten uns David und Nicole wieder zurück nach Alice Springs direkt vors Hotel Aurora.

Die Wallaby Dreaming Tour war richtig toll. Die Landschaft, das Übernachtem im Zelt und unter den Sternen waren wundervoll. Auch das Reisen in der Gruppe war mal etwas anderes. Aber die Krönung war die Dusche während des Sonnenunterganges. Dieses Bild wird sich noch lange in unserer Erinnerung halten. Luana hat jetzt beide Arten von Touren gemacht. Einmal mit Übernachten im Zelt und einmal mit Übernachten im Hotel. Sie findet beides gut, beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Neben dem Umpacken des Gepäcks machten wir an diesem Abend nicht mehr viel. Nachdem wir bis um 08:00 Uhr geschlafen hatten, sind wir nun mit dem Flugzeug nach Adelaide geflogen. Was soll man sagen: Das Fliegen wird langsam zur Routine…

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Mary

    Super…. bin wieder dabei!!!! Das sieht nach einer tollen Reise aus, schöne Bilder, einige kommen mir sogar bekannt vor! Am liebsten möchte ich gleich auch eine Reise buchen! Es Liebs grüessli Gotti

    1. Luana & Andy

      Ja es ist wirklich eine schöne Reise und wir sind sie in vollen Zügen am geniessen 🙂

  2. Moni

    wollte mal fragen: wer ist der Superschreiberling?? Der tolle Reisebericht erinnert mich an meine Australienzeit von 7000 Jahren… hihi
    lieber Gruss Moni

    1. Luana & Andy

      Die Berichte schreiben wir zusammen. Jeder von uns gibt seinen Senf dazu 🙂

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