Nach dem wir einen Tag ausgeruht, unsere Kleider gewaschen und unseren Begleitern beim Packen ihrer Elektrovelos geholfen haben, ging es am Samstag weiter. Wir fuhren an unserer Hochzeitskirche vorbei über Rothenburg nach Luzern. Andy musste noch etwas in der Wohnung holen, Daniela, Erich und Luana gingen auf dem direkten Weg an die Schiffländi. Sie machten den Teil zwischen Luzern und Alpnachstad mit dem Motorschiff. Andy fuhr mit dem Velo nach Alpnachstad. Nach einem kurzen Mittagshalt am malerischen Wichelsee ging der Weg weiter nach Giswil. Wir sind etwas erschrocken, als am Eingang des Campingplatzes stand, dass keine Plätze mehr frei sind. Wir haben aber trotzdem mal gefragt. Sie hatten noch freie Plätze und wir durften unsere Zelte in einem Waldstück aufstellen. Am Abend waren wir bei Cornelia zum Znacht eingeladen. Es gab superfeinen Pulled Pork Burger.
Da in Giswil am Sonntag ein Marathon stattfand, mussten wir früh aufstehen, so dass wir vom Platz wegfahren konnten, bevor die Einfahrt gesperrt wurde. Wir schafften es nicht ganz, was wahrscheinlich auch am Regen lag, welcher am Morgen über uns reinbrach. Die Zelte wurden pflotschnass und wir mussten sie nass einpacken. Der Regen hörte dann aber einmal auf, so dass wir nach dem Frühstück trocken losfahren konnten. Zuerst mussten wir nun irgenwie am Marathon vorbei an den Bahnhof, denn Luana und Daniela haben beschlossen, den Brünig mit dem Zug zu machen. Andy und Erich fuhren mit dem Velo auf den Brünig. Wir wurden gewarnt, dass der Radweg nicht ganz einfach ist, und man besser der Strasse entlang fährt. Aber ständig von Autos überholt zu werden, wenn man sich mit dem Kriechgang den Berg hinauf schob, darauf hatten wir keine Lust. Also nahmen wir den Radweg. Es war steil und wir mussten einige Pausen einlegen. Aber es war sicher schöner. Beim Bahnhof Brünig-Hasliberg konnten Erich und Andy ihre Frauen, welche geduldig gewartet haben, wieder in die Arme schliessen. Der Weg führte uns gemeinsam nach Hasliberg und dann über eine schöne Abfahrt nach Meiringen, wo wir auch die Nacht verbrachten. Da hatten wir auch einen wundervollen Ausblick auf die Reichenbachfälle, der Ort, an welchem Sherlock Holmes den Tod fand. Zum Glück konnten wir unsere Königsetappe nach dem Regen am Morgen ohne grosse Niederschläge bewältigen.
Der nächste Tag fing nach einem Frühstück beim Sherlock Holmes Museum gemächlich an. Wir rollten auf einer flachen Strecke dahin und konnten beobachten,
wie Soldaten einrücken durften. Diese mussten scheinbar einen WK beim Flughafen Meiringen absolvieren. Doch unverhofft standen wir vor einem steilen Anstieg. Irgendwie hatten wir gehofft, dass dieser erst später kam. Nun ja, da mussten wir durch. Wir wurden aber mit dem Ausblick auf die wundervollen Giessbachfälle belohnt. Die Strecke blieb am Brienzersee vorerst recht hügelig, wurde aber gegen Interlaken zu immer flacher. Der Weg ab Interlaken am Thunersee entlang war nicht wirklich dass, was man malerisch nennen kann. Entlang der stark befahrenen Hauptstrasse führte der Veloweg bis nach Spiez. Dort zweigten wir ins Simmental ab. Wir fuhren bis Oey-Diemtigen. Hier stellten wir nochmals unsere Zelte auf. Nach dem selbstgekochten Znacht ging es dann schon früh in den Schlafsack.
Die Nacht war schon recht kalt, so dass wir alle am Morgen gerne unsere Gelenke
an der Sonne wärmten. Nach dem Frühstück fuhren wir weiter das wunderschöne Simmental hinauf. Bei Boltigen nahmen Luana und Daniela wieder den Zug. Da sie eh in Zweisimmen umsteigen mussten, haben wir abgemacht, dass wir uns dort zum Kaffee treffen würden. Sie fuhren dann weiter mit dem Zug nach Saanen. Andy und Erich fuhren den Weg mit dem Rad. Aber Andy hatte einige Male die Ingenieure verflucht, welche solch steile Wege geplant haben und diejenigen, welche entschieden haben, dass der Veloweg dort durch führt, noch mehr. Das Luana und Daniela mit dem Zug ab Zweisimmen fuhren, war definitiv die richtige Entscheidung. Nach einer schönen Abfahrt von Saanenmöser über Schönried und Gstaad bezogen wir unser Nachtquartier in der Jugi in Saanen.
Ab Sannen ging es mehrheitlich bergab, unterbrochen von ein paar sanften Steigungen. Wir spürten aber jeden einzelnen Höhenmeter in den Beinen. Wir sind durch und bräuchten eine Pause, wenn es noch weiterginge. Die Gegend von Saanen über Château d’Oex und Gruyere nach Bull ist aber wunderschön. Die Nacht verbringen wir nun in Bulle. Morgen machen wir noch den Rest, bis nach Vevey, bevor es wieder nach Hause geht.