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Sylt

Eine Insel gehört natürlich bei einer Reise durch den Norden Deutschlands auch zum Program. Wir haben uns dabei für Sylt entscheiden. Zum einen weil sie die nördlichste Insel mit dem nördlichsten Punkt von Deutschland ist, zum anderen auch, weil sie bequem mit dem Zug erreichbar ist. Von Flensburg aus mussten wir cirka eine Stunde bis Niebüll mit dem Bus reisen. Von Niebüll brachte uns dann ein Dieselpersonenzug nach Westerland. Wir waren die gefühlt Jüngsten in diesem Zug. Ganz sicher die einzigen, welche mit Rucksack unterwegs waren.

Den ganzen Tag hat es schon geregnet, so dass wir uns entschlossen, in Westerland den Bus zu nehmen. Als wir endlich rausgefunden hatten, wo der Bus fährt, hiess es, dass er vor 2 Minuten gefahren ist, und der nächste erst eineinhalb Stunden später fährt. Da haben wir wohl oder übel den Regenschutz auf die Rucksäcke montiert und den Weg zum Hotel unter die Füsse genommen.

Das Hotel Achter Dünem war nicht sehr gross und mitten in einem Wohnquartier. Unser Zimmer war geräumig und das Frühstücksbuffet reichhaltig. Zu Fuss waren es fünf Minuten bis zum Strand. Als es aufgehört hatte zu regnen, probierten wir dies gleich aus. Wir mussten schnell feststellen, dass es auf Sylt eine Mütze kühler war als in Flensburg. Wir folgten dem Strand bis ins Stadtzentrum von Westerland, welches sehr touristisch ist. Dort gab es auch das erste Fischbrötchen für Andy. Dies konnte er aber, trotz der Warnung eines Passanten, nicht ganz alleine essen. Denn kurz vor dem letzten Bissen kam eine räuberische Möve in schnellem Sturzflug von hinten auf Andy zu und entriss dem Nichtsahnenden die Resten des Brötchens. Die Möven haben in der Rangliste der Lieblingsvögel von Andy bös an Plätzen eingebüsst.

Am zweiten Tag auf Sylt haben wir uns eine Tageskarte für die Busse auf der Insel gekauft. Damit sind wir zuerst in den Norden gefahren. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir einen der beiden nördlichsten Leuchttürme von Deutschland, und somit auch den nördlichsten Punkt unserer Reise. Nach einem stärkenden Kuchen sind wir wieder zurück nach Westerland um mit der anderen Buslinie zum südlichsten Punkt von Sylt zu fahren. Auch dort haben wir uns etwas umgeschaut. Am Abend als wir wieder zurück im Hotel waren, lief doch tatsächlich „der König der Löwen“ im Fernsehen. Zufall oder Schicksal? Wir hatten jedenfalls gleich den 1:1 Vergleich zum Musical.

Sylt besteht aus einem felsigen Kern, welcher im Westen von einer sichelförmigen Düne begrenzt wird. Diese Düne wuchs bis in die 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderst jährlich nach Norden und nach Süden. Da diese Düne aber auch nach Osten wanderte, wurden immer wieder ganze Dörfer von den Dünen überrollt. Um dies zu verhindern wurden die Dünen bepflanzt. Das hatte aber den Nachteil, dass der natürliche Sandfluss auch verändert wurde. Von da an wurden die Dünen im Norden und im Süden immer kürzer und die Strandfläche vor den Dünen nahm auch immer mehr ab. Auch die Zunahme der Heftigkeit von Sturmfluten durch die Klimaerwärmung verbessert die Situation nicht wirklich. Daher wird jährlich für mehrere Millionen Euro Sand aus den entfernteren Teilen der Nordsee vor den Strand gepumpt, um so die Abnahme des Landes zu verhindern. Auch das Bauen von Sandburgen ist untersagt, da mit diesen die Angriffsflächen für Wind und Wasser erhöht wird.

Der nächste Stopp ist nun Husum, wieder auf dem Festland.

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