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Alpbach

Wenn wir schon Österreich bereisten, wollten wir ein typisches Bergdorf besuchen. Eine kurze Suche im Internet ergab, dass Alpbach
das schönste Dorf in Österreich ist. Es war auch nicht allzuweit entfernt von unserer voraussichtlichen Reiseroute und Zimmer hatte es auch noch frei. Also begaben wir uns dahin.

Mit dem Zug fuhren wir von Innsbruck aus Richtung Osten und schrammten haarscharf am Zillertal vorbei. Das Alpbachtal ist gleich das Tal daneben. Mit dem Bus ging es hoch in das Dorf, welches auf 975 m.ü.M liegt. Und ja, es ist wirklich wunderschön. Verschachtelte Häuser, welche alle unten weiss und oben aus Holz sind, schöne Blumendekoration an jedem Haus und ein wunderbarer Blick auf die Berge.

Bei der Unterkunft waren wir zuerst etwas verunsichert, da niemand an der Reception war. Aber beim zweiten Blick fanden wir ein Couvert, welches für uns bereit lag. Darin befand sich ein Schlüssel und ein netter Brief, dass im Moment niemand im Haus ist, und dass wir das Zimmer schon mal beziehen sollen. Nach dem wir unser Zimmer bezogen hatten, mussten wir den schönen Balkon mit Blick auf die Berge zuerst mal geniessen. Lustig war auch, dass auf dem Tisch ein Krug mit zwei Gläsern stand. Daneben lag ein Zettel mit der Aussage, dass das Wasser aus dem Wasserhahn viel gesünder sei, als dasjenige aus dem Supermarkt, und darum hier keine Wasserflaschen stehen.

Das Dorf haben wir natürlich auch besichtigt. Wirklich jedes Haus hatte den gleichen Stil. Irgendwann beschlich uns ein kleiner Hunger, so dass wir uns in einen Gasthof begaben. Leider war der Koch gerade krank, so dass es nur Süssspeisen gab. Aber der Marillenkuchen mit Schlagobers war genau nach unserem Geschmack. Dazu gab es unser neues Liebligsgetränk: Holundersaft mit Wasser oder Soda.

Zurück in der Unterkunft genossen wir nochmals den Balkon und lasen in den letzten Sonnenstrahlen noch ein wenig. Danach stillten wir unseren Hunger mit einem zu deftigem Nachtessen, so dass uns nach dem Essen nicht mehr wirklich wohl war. Als wir in der Unterkunft ankamen, haben wir unsere Gastgeberin doch noch getroffen. Wir konnten mit ihr noch eine Alpbachtal Karte erstellen, welche es uns erlaubte, gratis mit dem ÖV und den Seilbahnen zu fahren. Zugleich hatte sie uns noch gefragt, was wir zum Frühstück mögen, da wir die einzigen Gäste waren und sie nicht allzuviele Resten haben möchte.

Am nächsten Morgen war das Frühstücksbuffet für uns bereit, mit den bestellten Brötchen und allem was dazu gehört. Während dem Frühstück hatten wir einen kurzen Schwatz mit der Gastgeberin. Unter anderem erzählte sie uns, dass sie auch schon am Vierwaldstättersee war. Aber die Schweiz sei viel zu teuer, um dort Ferien zu machen. Sie gab uns den Tipp, dass wir, wenn wir mit der Seilbahn auf das Wiedersbergerhorn fahren, den Panoramaweg machen sollen.

Nach dem Frühstück haben wir uns im örtlichen Spar mit Proviant ausgestattet: Tessinerli heissen hier Zelle. Danach gings mit dem Bus zur Talstation. Wir fuhren mit einem Gondeli auf den Berg, auf welchem es eine Mütze kälter war als im Tal. Wir entschieden uns nach einigem Überlegen dazu, dass wir den Panoramaweg machen wollten. Wir wurden mit einem wunderschönen Ausblick auf die Tiroler Berge entschädigt, obwohl der Weg matschig, glitschig und entsprechend rutschig war. Der erste Teil des Weges war von der Sonne beschienen. Nach etwa der Hälfte, lag der Weg im Schatten. So hatte es dort auch noch Teilweise Schnee und Eis. Nach einer kurzen Strecke im Schatten war der Weg so vereist und das Gelände so steil, dass wir umkehrten und den etwas weiteren Weg an der Sonne nahmen. Dies auch darum, weil unsere Schuhe eher für die Stadt als für die Berge gemacht sind.

Der Weg aussenrum war am Anfang sehr angenehm zu gehen. Leider führte aber auch dieser nach einer Weile in den Schatten, so dass
wir uns über vereiste Stellen und durch Schnee kämpfen mussten. Zum Glück war aber dieser Teil des Weges nicht so steil, wie der andere Weg,und wir mussten nicht befürchten, dass wir abzustürzen, wenn wir den Halt verlieren würden.

Wir schafften den Abstieg ohne grössere Probleme und unsere vermatschten Schuhe waren nach dem Schnee wieder schön sauber.

Als wir wieder im Gästehaus waren, wurden wir Zeuge eines traurigen aber für uns eindrücklichen Ereignisses. Wir hörten die Musik einer Blaskapelle und gingen auf den Balkon, um zu schauen, was los war. Ein Junge mit einem Kreuz kam durch die Strasse. Dahinter marschierte die Blaskapelle, gefolgt von einer Fahnendelegation der Feuerwehr . Hinterher gingen etwa vier weitere Gruppen, welche jeweils alle gleich gekleidet waren. Nach diesen Gruppen wurde ein Sarg geschoben. Darauf folgten weitere Personen.
Zuerst Männer, dann Frauen, schön aufgetrennt. Alles in allem waren da sicher etwa 300 Leute, welche an dieser Trauerprozession teilnahmen.

Fazit aus dem Besuch von Alpbach: Ein sehr schönes Dorf, welches durchaus mal wieder einen Besuch wert sein könnte. Dann aber mit richtigem Schuhwerk und Wanderausrüstung.

Jetzt geht es weiter nach Salzburg.

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