Die Reise nach Lübeck verlief für uns ohne grosse Probleme. Wir hatten aber Leute im Zug, welche die Auswirkungen des Sturms mehr zu spüren bekamen und auch schon den zweiten Tag unterwegs waren.
In Lübeck gingen wir noch am Tag unserer Ankunft in die Stadt. Die Altstadt ist wunderschön und irgenwie kam schon etwas Weihnachtsstimmung auf. Liegt wohl daran, dass die Sonne jetzt eine Stunde früher untergeht.
Am nächsten Morgen haben wir wieder an einer Stadtführung, diesmal in einem Kleinbus, teilgenommen. Wir erfuhren dabei wieder sehr viel über die Stadt und deren Geschichte. Unter anderem auch, dass Lübeck als erste Stadt von den Briten während des zweiten Weltkrieges mit Brandbomben bombardiert wurde. Durch den schweizer Diplomat Carl J. Burckhard konnte dann aber bei der Royal Airforce und der US Airforce geltend gemacht werden, dass Lübeck ein Versorgungshafen für das Rote Kreuz war und so entsprechend nicht mehr angegriffen werden sollte. Und die Mächte hielten sich daran.
Interessant ist auch, dass durch das Bevölkerungswachstum im Mittelalter in Lübeck der Platz nicht mehr aussreichte und somit Wohnraum geschaffen werden musste. Sie machten dies so, dass sie in vielen Hinterhöfen Wohnungen bauten, welche durch schmale Durchgänge erreicht werden konnten. Die Durchgänge wurden, so sagte man uns, mit der Vorschrift erbaut, dass die Gänge mindestens so breit sein mussten, dass ein Sarg rausgetragen werden konnte.
Am darauf folgenden Tag besuchten wir Travemünde, ein Küstenort, in welchem der Hafen für viele Fährlinien nach Skandinavien liegt. Es hat auch einen Strand und viele Fischer. Der älteste Leuchtturm von Deutschland liegt auch dort, aber viel mehr ist über Travemünde nicht zu sagen.
Heute fuhren wir weiter nach Rostock. Wir haben am Schalter unser Anliegen vorgebracht. Der Mann hinter dem Schalter hat uns auch auf seine deutsche, wir vermuten freundliche Art erklärt, wo wir wie umsteigen müssen, da auf der Strecke gebaut wird. Er meinte dann auch noch, dass der Zug auf Gleis eins fahre. Auf der grossen Abfahrtsanzeige war der Zug aber auf Gleis zwei eingetragen. Nun ja, die beiden Gleise liegen ja am gleichen Peron, so dass wir dann einfach auf dem Gleis einsteigen können, wo der Zug fährt. Der Zug war dann auch auf der Abfahrtstafel auf Gleis 2 angeschrieben und es stand auch ein Zug auf Gleis 2. Nur dieser war nicht mit dem erwarteten Zielort bezeichnet. Also fragten wir einen Lokführer, welcher gerade das Fenster offen hatte, ob es nun dieser Zug wäre. Dieser meinte nun:“ Nein, der Zug nach Rostock fährt auf Gleis 6, und er ist gerade abgefahren.“
Toll! Es war dann auch so, dass dieser Zug nur jede zweite Stunde fuhr. Da wir rechtzeitig am Bahnhof waren haben wir im grossen und ganzen etwa drei Stunden auf den Zug gewartet. Über die SBB kann man ja schon jammern. Aber sowas ist uns in der Schweiz noch nie passiert.
Wir sind dann aber nach ungefähr sechs Stunden „Reisen“ in Rostock angekommen und das Hotel ist, was wir bis jetzt gesehen haben, super.
Eile mit Weile =)